Der Winter ist vergangen
Der Winter ist vergangen , ich seh des Maien Schein,
ich seh die Blümlein prangen, des ist mein Herz erfreut.
So fern in jenem Tale, da ist gar lustig sein,
da singt Frau Nachtigalle und manch Waldvögelein.
Im Strauche sitzt der Hase und zu dem Hafer springt,
die Rinder gehn im Grase, im Wald der Kuckuck singt.
Die Bienlein tut man spüren an manchem Tal und Berg,
wenn sie zusammenführen ihr süßes Wunderwerk.
Die Lerch sich hoch erhebet und flieget über sich,
mit ihren Flügeln webet und singet säuberlich.
Der Schall erklinget ferne und lautet mächtig wohl,
die Menschen hörens gerne und sind der Freuden voll.
Nach einer niederländischen Handschrift 1537
Strophe 2 u. 3: Bartholomäus Ringwald
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